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Von Kämpfern und Gauklern
Kampfgebrüll und Gelächter erfüllt die Luft. Auf dem abgesteckten Feld vor der Ruine stürzt sich ein kleiner Wikinger mit Holzschwert auf den am Boden liegenden Mann. Früh übt sich. Rundherum stehen Zelte mit Feuerstellen, langhaarige und bärtige Männer sitzen mit ihren Familien an großen Tischen. Es wird getrunken und diskutiert, gelacht und geschlafen und all das stets mit Publikum.
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Lesetipp: „Ein Dorf, in dem Paläste stehen“
München, meine Studienheimat, wie oft habe ich über dich geschimpft. Ich gebe es zu, an manchen Tagen habe ich dich langweilig, gar spießbürgerlich und selbstverliebt genannt. Weg wollte ich und zwar ganz unbedingt. Nun, da ich deine Idylle nur noch in kleinen Portionen genieße, merke ich, dass du mir fehlst. Manchmal nur und auf schöne Art. Du hast deine Eigenarten, die mich auf die Palme und trotzdem irgendwie verzückt haben. Was sich neckt, das liebt sich. Meine Augen vermissen ob der Berliner Chaosbebauung deine Herrschaftlichkeit, deine klassische Schönheit. Isar-Athen, dein Kosename schmeichelt dir zu Recht. Wo sonst sind Umland, Berge, Seen und selbst Stadtparks schöner als bei dir? Selbst deine…
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Parkgefühle – Körnerpark
Ich bin ein Dorfkind. Das heißt, dass ein Tag nur dann gut ist, wenn ich Zeit außerhalb meiner vier Wände verbringe. Glücklicherweise gibt es in Berlin nicht nur den Großstadtdschungel, sondern auch etliche Parks und Grünflächen. Zugegeben, nicht jede Wiese lädt zum Verweilen ein, aber mit der Zeit findet man ganz sicher sein Plätzchen. Oder gleich einen ganzen Haufen davon. Ein Neuköllner Kleinod möchte ich euch mit dem Körnerpark vorstellen. Neukölln? – Hundekacke, Spielotheken, 1-Euro-Läden säumen Sonnenallee und Karl-Marx-Straße, Mädchen mit präzise gestylten Strubbeldutts und Maybachuferflaneure belagern die Cafés und Kneipen. Sicher. Mehr hat Neukölln aber nicht zu bieten? Pustekuchen! Der Körnerpark ist weder Schmuddeleck noch Szenetreff. Hier gibt es…
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Dachterrassen & Co – Klunkerkranich
Der Wind weht die Musik zu meinen Ohren, die Sonne kitzelt meine Nase, die Wimpel flattern im Wind.Einer der momentan schönsten Orte in Berlin ist für mich auf dem Dach der Neukölln Arcaden.Der Klunkerkranich ist Aussichtsplattform, Dachterrasse, Club und Liegewiese, es gibt Flohmärkte und Gardening. Egal ob tanzen, chillen, sonnen, gucken, gärtnern oder träumen – hier ist der Ort dafür.Ich bin ein Oben-Mensch und genieße meist einfach nur die Aussicht.Der Kranich ist mittlerweile alles andere als ein Geheimtipp, trotzdem fühle ich mich immer wieder wohl. Zum Sonnenuntergang muss man auch schon mal anstehen, deshalb empfehle ich eher früh zu kommen.Bis 17 Uhr ist übrigens auch der Eintritt frei.Der Klunkerkranich befindet…
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Tilla Durieux als Circe
Hier ist sie, die Hauptperson meiner Magisterarbeit und Ideengeberin für diesen Blog: Tilla Durieux als Circe. Verzaubert von ihr habe ich meine Magisterarbeit geschrieben und bin ihr nun ganz nahe. In Berlin hängt das Gemälde in der Alten Nationalgalerie und da das nicht genug ist, gibt es sogar einen eigenen Tilla-Duriex-Park. Das Ölgemälde Tilla Durieux als Circe entstand 1913 und zeigt eine weibliche Halbfigur im Profil. Die Frau beugt sich nach vorne, ihre lockigen roten Haare hat sie zu einer Hochsteckfrisur hochgesteckt, wobei sich einige Strähnen bereits gelöst haben. In der rechten Hand hält sie eine goldene Schale mit Löwenfries, ihren Arm, um den ein Teil des Kleides gewickelt ist,…
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Gewinnspiel: Blogger schenken Lesefreude.
Vielen Dank für eure Teilnahme. DIe Gewinnerin ist informiert, das Buch reisefertig verpackt! Rot, Blau, Schwarz. Meine Augen schweifen die Reihen entlang. Gleichzeitig streifen meine Finger über die Rücken, spüren erhabene Linien auf glattem Papier. Mein Blick verweilt auf sandfarbenem Grund und blutroter Schrift, ich ergreife das Buch und ziehe es aus dem Regal. Beim Öffnen des Deckels strömt vetrauter Geruch hervor, der Geruch von Papier. Streng und süßlich zugleich. Die ersten Wörter sind wie ein zaghaftes Begrüßen: „Hallo, da bin ich.“ Die Worte fliegen dahin, bilden Wörter, bilden Sätze und eine ganze Welt. Ein Geräusch. Ich blicke auf, merke, dass ich noch immer im Buchladen stehe. Ich schaue auf…
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Stettin: Sonntagsausflug nach Polen
Sonntags noch nichts vor? Na dann schnell ins Auto oder in den Zug und ab nach Stettin.Keine zwei Stunden braucht man von Berlin aus, weshalb man Stettin problemlos an einem Tag einen Besuch abstatten kann. Da sogar die riesige Shopping Mall Galeria Kaskada sonntags geöffnet hat, kann man auch gleich noch einem Einkaufsbummel anhängen. Zum parken eignet sich das dazugehörige Parkhaus übrigens bestens. Es ist nicht nur zentral gelegen und überwacht sondern auch günstig. Günstig, schnell, Ausland: Ausflug nach Stettin Perfekt für alle, die keine großen Pläne geschmiedet haben, was sie den so Tag in Stettin* trieben sollen, dem sei der offizielle Rundgang ans Herz gelegt. Einfacher kann man eine…
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Lost Place – „The Eggs“: Beatles Ashram
Schon von der High Bank, hoch über dem Ganges mit Blick auf Rishikesh, fielen mir die weißen eiförmigen Bauten in den Wäldern auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses auf. Die Leute um uns herum sprachen nur von den „Eggs“. Es stellte sich heraus, dass diese Eier Teil des berühmten Ashrams sind, in dem die Beatles einige Zeit verbrachten, mehr oder weniger der indischen Spiritualität frönten und neue Lieder schrieben. Klar, dass wir uns das anschauen mussten. Mittlerweile ist das Ashram verlassen. Obwohl es ein Must-See für alle Backpacker ist, interessieren sich die Einheimischen und indischen Touristen nicht sonderlich für das Bauwerk und so ist das Gelände verwildert und die Anlage…
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Bucket List
Ich komme heim mit dem Kopf voller Dinge, die ich unbedingt erledigen möchte: schon mal nach Flügen für den Urlaub schauen, einen Blogbeitrag schreiben, endlich den Antrag für die neue Steuernummer ausfüllen, meine Klamotten sortieren, in die Galerie um die Ecke gehen. Doch zunächst muss ich etwas essen, ein bisschen entspannen. Ist nicht die neue Folge online? Also schnell beim Essen eine Episode meiner Lieblingsserie schauen, das habe ich mir verdient. Schließlich muss ich jeden Morgen so krass früh aufstehen. Da ist ein bisschen faulenzen schon drin. Schließlich ist der Tag noch lang. Zwei Folgen der Serie und zwei Stunden rumsurfen plus Neuigkeiten bei Facebook checken später habe ich nichts…
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Prinzipal: let’s go burlesque
Kein Schild, nur eine überdimensionale Straßenlaterne markiert den Eingang. Allzu leicht läuft man an der Tür vorbei, ohne überhaupt erahnen zu können, was sich hinter der unscheinbaren Fassade im Laternenlicht befindet. Die schwere Holztür ist verschlossen, schottet die Außenwelt ab und hält unliebsame Laufkundschaft fern. Finger auf den Klingelknopf – gespanntes Warten. Nun öffnet sich die Tür, warmes Licht schimmert auf die Straße, wir werden hereingebten. Ein Kleinod erwartet uns, das gar nicht so recht in die Oranienstraße passen will. Voll, laut und dreckig ist die Partymeile Kreuzbergs. Umso deutlicher offenbart sich der Kontrast nach dem Betreten: Heimelige Räume, erfüllt von warmen Farben. Swing im Hintergrund und der Glanz…



























