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Lost Places – Ehemaliges Kinderkrankenhaus Berlin-Weißensee

Die Tore sind verschlossen, Löcher im Zaun geflickt. Doch schon von der vielbefahrenen Hansastraße zeigt sich die ehemalige Kinderklinik in Berlin-Weißensee von ihrer imposanten Seite. Ein großes Anwesen mit herrschaftlicher Fassade aber auch zerbrochenen Fenstern und ausgebrannten Dachstühlen. Unbeirrt von vorbeifahrenden Straßenbahnen und Streifenwagen steht ein Sprayer im ersten Stock und führt das Werk seiner unzähligen Vorgänger fort. Wie ein volltätowierter Körper wirkt das Gemäuer. Bilder reihen sich aneinander, ergeben ein großes Ganzes.

Durch die Hinterhöfe der benachbarten Mehrfamilienhäuser kommen wir, immer dem Zaun folgend, näher ans Gelände. Unsere Neugier bleibt nicht unbemerkt, dutzende Augenpaar folgen uns durch bestickte Gardinen. „Nun gehn sie doch erstmal rein. Ich war auch schon im Gebäude, da jagt einen keiner raus“, ruft uns der nette älterer Herr vom Hauseingang zu. Beim Suchen nach einer geeigneten Einstiegsstelle öffnet sich ein Fenster: „Da dürfen sie nicht rein. jetzt, wo gerade der Zaun neu gemacht wurde. Das geht nicht. Und lassen sie sich ja nicht erwischen, das ist nicht erlaubt!“

Nach beschwichtigenden Worten und dem Versprechen, dass wir auf dieser Seite des Zaunes bleiben und lediglich fotografieren, verlassen wir den Innenhof und drehen unsere Runde weiter am Zaun entlang. Die Sorge der älteren Dame kommt nicht von ungefähr. Im vergangenen Jahr stand der Gebäudekomplex gleich 13 mal in Flammen. Brandstiftung und Zündelei sorgen nicht nur für Unmut bei den Anwohnern sondern auch für hohe Kosten.

Die 1911 eingeweihte preußische Kinder- und Säuglingsklinik wurde 1997 geschlossen und ist seitdem dem Verfall preisgegeben. Zwar wurde der Gebäudekomplex 2005 mit der Intention ein Gesundheitszentrum zu errichten verkauft, getan hat sich seitdem jedoch nichts.

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