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Kurzurlaub in Freiburg

23. April 2019

*enthält Werbung*

Der Kontrast könnte kaum größer sein: Ich komme mehr oder weniger direkt aus New York nach Freiburg und erwarte ein hübsches, aber verschlafenes Nest. Kleine Gässchen mit den „Bächle“, das Münster und das war es dann ehrlich gesagt auch schon mit meinen Erwartungen. Ich schlendere durch die Gassen und beobachte die gummibestiefelten Kinder dabei, wie sie ihre kleinen Boote im Bächle schwimmen lassen. Wer nicht in Freiburg sesshaft werden möchte, sollte übrigens aufpassen, wo er hintritt, denn, wer ins Wasser tappst, muss einen Freiburger oder eine Freiburgerin heiraten, heißt es. Ich merke schnell, dass hier, zumindest an einem der ersten sonnig-warmen Tagen des Jahres, so gar nichts verschlafen ist. In der Fußgängerzone wimmelt es von Menschen.Und auch sonst sehe ich gar nicht so viel Schwarzwaldklischees, sondern eine bunte, vielfältige Stadt. Ich bin erstaunt über die vielen Hippieläden mit Esokram und decke mich gleich mit neuen Räucherstäbchen ein. Zufällig komme ich am „Lust auf Gut“ vorbei und gehe kurzerhand hinein. Was mich hier erwartet, hatte ich so gar nicht auf dem Schirm. Der Concept-Store versammelt neun verschiedene Läden im Innenraum, sogar mit Blumenladen, Frisör und Restaurant. Die Menschen, die hier arbeiten sind cooler als alle in Berlin-Mitte und auch noch wunderschön.

Ganz entspannt durch Freiburg im Breisgau

Ich gehe zum Münsterplatz, schaue das Kaufhaus an und warte auf einen Freund von mir. Um mich herum versammeln sich gleich mehrere Reisegruppen, aus allen Richtungen ertönen andere Sprachen. Freiburg ist international und das ist bei der Lage und Grenznähe kein Wunder. Wir nutzen das schöne Wetter und machen uns auf den Weg zum Schlossberg. Hier trinken wir im Kastaniengarten Bier in der Abendsonne mit Blick auf die Dächer der Stadt. Es ist genau die richtige Art, den Freiburgurlaub zu beginnen. Ganz entspannt, ohne Sightseeing, stattdessen mit ganz viel Auf-sich-wirken-lassen. Ich fühle mich von der ersten Sekunde pudelwohl in Freiburg und das ist bei Städtetrips ja immer ein gutes Zeichen. Wir machen entspannt weiter und so entdecke ich die wichtigen Orte der Stadt ganz nebenbei. Wir essen einen vegetarischen Flammkuchen in der „Mehlwaage“, wo heute lustigerweise ein Treffen von Entenhausen-Fans stattfindet, und ziehen dann weiter in die Studentenkneipe „Schlappen„, schließlich ist Samstagabend und in einer Studentenstadt wie Freiburg einiges los in den Kneipen. Müde und etwas angeschwipst geht es dann irgendwann zurück zum Hotel Kreuzblume und genieße das riesige und fluffigweiche Bett. Das Hotel liegt in der vielleicht schönsten Straße der Stadt. Wäre ich nur zwei Wochen später hier, könnte ich die Äste, die wie Arme über die Straße greifen, blühen sehen. Das von Außen rustikale Gebäude, das sich so wunderschön in das Straßenbild einfügt, macht im Innere einen ganz anderen Eindruck. Seit der jüngsten Renovierung sind die Zimmer hell und modern. Hingucker in meinem Zimmer sind die Ziegelsteinwand und der Lederstuhl, den ich selbst gerne in meinem Wohnzimmer stehen hätte.

Der nächsten Morgen begrüßt mich mit Nieselregen, was zu meinem leichten Kater ganz gut passt. Ich gehe runter ins Restaurant, um mich mit einem Kaffee wieder auf die Bahn zu lenken. Der Raum ist ähnlich wie die Zimmer modern gestaltet und mit Design-Highlights gespickt. Am Abend erwartet hier die Gäste eine ausgezeichnete Küche mit modern interpretierten Gerichten. Das Frühstücksbuffet ist nicht riesig aber es ist alles da, was man braucht. Ich begnüge mich heute mit Koffein, Multivitaminsaft und einem Croissant und fühle mich danach wieder deutlich besser.

Passend zum Wetter entscheide ich mich heute für einen Museumbesuch. Im Augustinermuseum gibt es mittelalterliche Kunst zu bestaunen. Zugegebenen, ein Thema, das nicht jedes Herz in Aufregung versetzt. Mich kann man durchaus mit gotischen Sakralskulpturen und Glasmalerei locken. Besonders gut hat mir die Präsentation der Plastiken und Kirchenfenster gefallen, denn die Räume erlauben spektakuläre Ansichten. Allein dafür lohnt sich der Besuch, nicht nur bei Nieselregen. Ich schlendere noch durch die Markthalle und gönne mir dann ein Essen im vietnamesischen Restaurant MAI’s. Übrigens: Wer wie ich zu den Kaffeejunkies gehört, der wird in Freiburg im Barista Davide oder dem UC Café im Univiertel glücklich. Mit der heute wirklich nötigen zweiten Portion Koffein mache ich mich dann auf dem Weg zurück zum Hotel, wo ich einfach ein wenig das Faulsein im Hotelzimmer auskoste. Sightseeing in New York und Freiburg macht müde.

Dass es so lange gedauert hat, bis ich zum ersten Mal nach Freiburg komme, ist eine Schande. Doch ich bin ganz sicher: Bis ich wiederkomme dauert es nicht noch einmal so lange. Ich will Freiburg unbedingt im Sommer sehen, das vegetarische Restaurant Adelhaus testen, das leider geschlossen hatte, und das Umland unsicher machen. Der Schwarzwald ruft bald wieder!

*Offenlegung: Ich wurde vom Hotel und Restaurant Kreuzblume für zwei Nächte eingeladen. Danke dafür!

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