Asien,  Blog,  Reisegeschichten,  Reisen

Mein Paradies hat einen Namen: Mari Mari

Mari Mari
Mari Mari

Es gibt einen Ort in meinem Kopf, den ich schon recht lange mit mir herumtrage. Es ist ein Ort, an dem ein ganz besonderes Licht durch die Palmen scheint, wo der Sand so pulverweich ist, dass er fast schon an den Füßen kitzelt, das Meer so türkis, dass man gar keine Sonnenbrille aufsetzten will, um die Farbe nicht zu verfälschen.
Am Strand sitzen ein, zwei Menschen und lassen sich die Wellen um die Zehen tanzen, sie lachen und die Sonne taucht ihre Köpfe in einen goldenen Schimmer.

Dieser Ort, ihr ahnt es vielleicht, ist eine Idee. Die Idee von meinem kleinen Paradies. Schon seit einigen Jahren wird das Bild dazu in meinem Kopf klarer, gewinnt an Details.

Es ist eine kleine Bucht, mit Palmen und den hübschen runden Steinen im Meer, die man in Südostasien so oft sieht. Im Schutz der Bäume stehen ein paar Strandhütten. Sie sind einfach aber wunderschön. Bunt und aus Recyclingmaterialien und an den Ecken des Dachs hängen Muschelmobilees. Es gibt kleine Terrassen vor jeder Hütte mit Hängematten und innen, da sieht man in jeder Ecke die Liebe zum Details. Die Regale sind aus bunt angemaltem Treibholz, auf dem Fensterbrett liegen Korallen und über dem Bett hängt ein Netz, durch das ganz sicher keine Spinne krabblen kann. Die Duschen krönt der Sternenhimmel und die Seife liegt in Muschelschalen.

Neben den Hütten gibt es eine Beach Bar, aus der leise Reggae herüberschwappt und die Fetzen von Gesprächen. Große Kissen liegen auf dem Boden und, um mein persönliches Glück perfekt zu machen, spielen auf diesen Kissen ein, zwei kleine Hundebabys.

So, genug. Ihr habt ein Bild von meinem kleinen Traumstrand, der perfekten Urlaubskulisse und ganz sicher, habt ihr selbst so einen Ort im Kopf, der diesem vielleicht ganz ähnlich ist.

Ich war oft an Stränden, die der Sache schon ziemlich nahe kamen. In Thailand zum Beispiel im Treehouse auf Koh Phangan oder in Goa.

Als ich aber an diesem einen Morgen, der mein Geburtstag ist, in Malaysia aufwache, geweckt von einem Gecko, der mir aus drei Zentimeter Entfernung ins Ohr schrie, da lächele ich, denn mein Traumstrand hat einen Namen bekommen: „Mari Mari„.

marimari perhentian beach

Mari Mari, das ist ein kleines Resort, ihr wisst schon, in einer Bucht an einem Strand mit Pulversand und türkisfarbenem Wasser. Doch dieser Ort ist ganz real, wir befinden uns auf Perhentian Kecil am Pentani Beach, im Süden der Insel. Meine Liebesgeschichte mit diesem Ort beginnt ganz romantisch, wie es sich gehört. Denn es war Liebe auf den ersten Blick.

Wir waren schon ein paar Tage auf Kecil und hatten unser Lager an der Coral Bay bezogen. Dort schauten wir den Besitzern der Unterkünfte beim Vorbereiten der Saison zu, denn diese sollte offiziell erst in ein paar Tagen, am ersten März, beginnen. Wir schlenderten am Strand vorbei, besuchten Katzenbabys und Warane im Resort nebenan, schlemmten uns durch Restaurants und schauten Filme im Outdoorkino.
Wir spazierten durch den Dschungel zum Long Beach, der noch ganz verschlafen dalag. Die Ruhe vor dem Sturm, denn in ein paar Tagen sollte sich dieser Strand zur Partymeile entpuppen. Wir machten Schnorchelausflüge und erkundeten die Insel durch den Dschungel nach Norden und Süden.

Bei einer dieser Touren in den Süden der Insel stiefelten wir die Strände an der Westküste entlang, einer schöner als der andere. Große runde Felsen, weißer Strand und seichte Wellen. Hier und da raschelte ein Waran durch den Dschungel und so bahnen wir uns unseren Weg.
Das Mari Mari begrüßte uns mit bunten Bojen, die an Fischernetzten hängen, Schiffstauen, die um Baumstämme gewickelt sind und Muschelwindspielen, die im Wind klimperten. Aus der Küche strömte der Duft von Gebratenem und vor uns stand ein junger Mann mit einem Grinsen im Gesicht, das so breit war, dass es gar nicht ganz auf sein Gesicht passen wollte.

Mari mari perhentian

Wir blieben auf einen Kaffee, ließen uns den Wind um die Nase wehen und genossenn die Ruhe. Eine Eidechse mit zackigem Kamm leistete uns Gesellschaft und beobachtete uns neugierig mit ihren schwarzumrandeten Augen. Ich merkte schnell: Das ist es. Hier will ich länger bleiben. Dieser Ort passte nicht nur erschreckend zu dem in meinem Kopf, ich merkte es auch körperlich. Dieser Ort tat mir gut.

Wir fragten nach, ob es noch Platz für uns gibt aber leider waren zu diesem Zeitpunkt alle Hütten beleget. Doch wir gingen mit einer Telefonnummer und der Hoffnung, dass in ein, zwei Tagen etwas frei werden würde.
Und tatsächlich, zwei Tage später versuchten wir unser Glück, riefen an und bekamen die Nachricht, dass wir sofort kommen könnten. Wir brauchten keine zehn Minuten zum Packen, fünf Minuten, um ein Wassertaxi zu organisieren und weitere zehn Minuten, bis wir Pentani Beach mit dem Boot erreichten.

perhentian mari mari

Und jetzt, als ich an diesem Morgen aufwache, öffne ich die Augen mit einem Lächeln im Gesicht. Es ist mein Geburtstag und ich verbringe ihn mit der Gewissheit, dass ich an keinem Ort lieber sein würde, als an diesem. Kerry, die gute Fee, Köchin und „Mama“ von Mari Mari überrascht mich mit einem Geburtstagsfrüchteteller und am Ende meinens schönsten Geburtstages, den ich je hatte, lädt mich Bev, ein englischer Australier, Tauchlehrer und Künstler, zum Nachtschnorcheln ein. Doch davon erzähle ich das nächste Mal.

Enden möchte ich mit einer Empfehlung, die von Herzen kommt. Wenn ihr euch mal auf Perhentian Kecil verirrt, dann schaut, ob das Mari Mari ein Plätzchen für euch hat. Entspannter, geselliger, leckerer und naturnäher kann euer Aufenthalt auf der Insel nicht sein. Wir hatten die schönsten Tage in Malaysia mit Kerry, Bev, Zac und Hash und nicht zu vergessen mit Lucky, dem Hund, den zwei Gingerkätzchen, dem Gecko, der Echse und den fabelhaften Meeresbewohnern vor der Haustür. <3

mari mari paradise kecilmarimari malaysiamarimari gertrudhughesmarimari beach paradies mari

 

 

 

21 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.