Ellington Hotel Berlin
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Hotel Ellington: Übernachten im Stil der späten 20er-Jahre

Als ich mein Frühjahr 2020 in Berlin plante, um mein Buch fertig zu schreiben, konnte ich nicht ahnen, dass sich in den ersten Monaten des Jahres 2020 die Welt auf den Kopf stellen wird. Als ich die Daten für den Aufenthalt im Ellington-Hotel fix machte, konnte ich mir nicht vorstellen, was noch alles auf uns zukommen würde. Als unser Aufenthalt näher rückt sind die ersten Einschränkungen zu spüren und am Tag der Übernachtung sind die Restaurant- und Hotelschließungen nur noch eine Frage der Zeit. Keiner weiß genaues aber unsere Übernachtung kann stattfinden. Ich packe also meine Tasche mit meinen Arbeitssachen und ein paar Snacks für den Hotel-Fernsehabend und mache mich auf den Weg ins Ellington Hotel am Kurfürstendamm.
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Architektur-Highlight am Ku’damm

Das Ellington ist beeindruckend. Nicht nur die Lage am KaDeWe und Ku’damm, auch das Haus selbst ist besonders. Das denkmalgeschützte Gebäude aus den Goldenen Zwanzigern  hat eine Fassade von sage und schreibe 185 Metern. Sie macht das Gebäude zu einem der wichtigsten Vertreter der “Neuen Sachlichkeit” in Berlin. Das “Haus Nürnberg”, wie es ursprünglich hieß, entstand 1928-31. Die Attraktion war der Ballsaal namens Femina-Palast, der sich zu einem der beliebtesten Treffpunkte der Stadt in den 1930ern entwickelte. Später sorgte eine andere Institution im Gebäude für Furore: Die Badewanne. In den 1950er- und -60er-Jahren wurde der Jazz-Club zum Place-to-be. Ella Fitzgerald, Louis Armstrong und Namensgeber Duke Ellington standen hier auf der Bühne. Um dem Namen „Jazz-Hotel“ heute noch gerecht zu werden, wird aus dem Hotel das Jazz-Radio 106,8 gesendet. Von 1950 bis 1957 befand sich im Gebäude das Cinema im Tauentzienpalast. Von 1978 bis 1993 feierten die Stars in Diskothek Dschungel, die sich  in der Hausnummer 53 befand. Das Haus könnte also so einige Geschichten erzählen. Nach beinahe 9 Jahren Leerstand wurde das Haus 2007 zum Hotel umgewandelt.

Eleganter Minimalismus

Ich betrete das Gebäude, checke ein, mache mich auf den Weg zu meinem Zimmer und bin schon von den Treppenhäusern und Türen begeistert. Ich liebe diesen Stil mit Messing und den originalen Wandkacheln in Grün und Weiß. Die Treppengeländer und Handläufe sind Messing und Keramik, Stuck an den Decken, die Schriftzüge an den Wänden funkeln in Gold. Als ich die Tür zu meiner Suite öffne, bin ich hin und weg. Keine Spur von Kitsch und Pomp, sondern minimalistisch-elegantes Design in Perfektion. Das Bett ist riesig, genauso wie die Fensterfront. Im Zimmer befindet sich neben einer Regendusche eine Badewanne im Zimmer integriert. Die Toilette ist dankenswerterweise separat.

Ich beäuge die bereitgelegten Zeitschriften, reiße mich aber zusammen und mache es mir am Tisch bequem. Statt Miniablage, die in der Not als Schreibtisch herhalten muss oder arbeiten im Bett, habe ich hier einen Tisch in der Fensternische. Ich mache mir einen Kaffee und mich dann an die Arbeit und lasse mich nur ab und an vom Treiben auf der Straße ablenken. Ich schreibe die Bildunterschriften für das Buch, verschicke ein paar E-Mails, plane meine restliche Woche für unterschiedliche Projekte ein und kann meine Arbeiten gut gelaunt abhaken. In unserer neuen Wohnung muss der Schreibtisch definitiv ans Fenster.

Ellington kudamm

Raum zum Zurückziehen

Nach getaner Arbeit treffe ich mich mit Manu zum Essen. Ich geh an den noch geöffneten Geschäften vorbei, die allesamt gespenstisch leer sind. Der Ku’damm wirkt wie ausgestorben. Wir entscheiden und dafür, nur schnell bei Vapiano eine Pizza zu essen. Denn einige der Restaurants haben bereits geschlossen, andere bieten nur zum Mitnehmen an. Als wir dort ankommen und merken, dass die Hälfte der Plätze wegen Corona mit Band abgesperrt sind, merken wir immer deutlicher, dass die Coronawolke über uns immer dunkler wird. Wir wollten es lange nicht wirklich wahr haben. Wir essen in einer irgendwie betretenen Stimmung und machen uns rasch auf den Weg zurück zum Hotelzimmer. Die Fassade erstrahlt wie jeden Abend in Violett und verdeutlicht so noch einmal die gigantische Größe des Hauses. Wir freuen uns, wieder im Hotel zu sein.

Zu zweit im Zimmer einigeln, ein Gläschen Wein und ein bisschen vom Fernseher berieseln lassen, das klingt momentan nach dem besten Plan. Davor kann ich mir aber eines nicht nehmen lassen: Ein Bad. Ich bin ein echter Badefreak. Das liegt in der Familie und geht mindestens bis zu meinem Opa zurück. Für meine Brüder, meine Mum und mich gibt es nichts schöneres als baden. Und das auch noch mitten im Zimmer! Das mache ich nicht jeden Tag. Am nächsten Morgen sind wir gespannt, was uns beim Frühstück erwartet und gehen mit knurrendem Magen ins Erdgeschoss. Käse, Wurst und Eierspeisen sowie den Kaffee kann man direkt beim Kellner bestellen, alles andere wie Aufstriche, Müsli, Obst und kleine Teilchen gibt es am Buffet. Wir sind die meiste Zeit die einzigen Gäste, nur als wir gehen, trudelt ein weiterer Gast ein. Als wir auschecken, bekommen wir noch ein paar Äpfel mit auf den Weg, die weg müssen. Viele Gäste wird es in nächster Zeit nicht geben.

Über das Hotel

Direkt am Ku’damm gelegen befindet sich das Hotel in idealer Lage für alle, die die City West erkunden wollen und nur einen Katzensprung von KaDeWe und Bikini Berlin übernachten wollen. Zahlreiche Restaurants, Kinos, Galerien und natürlich die Shoppingmeile Berlins befindet sich direkt vor der Haustür. Im Hotel befindet sich ein Restaurant und eine Bar sowie ein Fitnessbereich. Zimmer gibt es in verschiedenen Kategorien vom kleineren Standard-Zimmer über Superior Zimmer, Deluxe Zimmer, Suiten, Familienzimmer usw. Der absolute Traum ist die Turmsuite. Unbedingt mal die Bilder anschauen!
Alle Infos und Preise gibt es auf der Ellington-Homepage.

*Ich wurde vom Hotel für eine Nacht eingeladen*

Ellington Berlin

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