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How to kill yourself abroad

Wer mich kennt weiß, dass ich ein wenig morbide veranlagt bin. Ich mag, wenn es düster wird. Bei Witzen, die viele daneben finden, muss ich kichern. Dark Tourism? Gerne! Doch ich habe eine zweite Seite, die genauso stark ausgeprägt ist. Ich bin ängstlich. Ich fahre nicht gerne Auto. Im Flugzeug zählte ich schon öfter meine letzten Stunden. Da ich diese Ängste aber nicht gewinnen lassen will, gehe ich offensiv mit ihnen um. Manchmal mit zweifelhaftem Humor. In Kombination führt das dazu, dass ich mich über meine eigenen Ängste nicht nur besonders gerne lustig mache, ich beschäftige mich auch gerne mit ihnen. Vor dem Fliegen schaue ich Dokus über Abstürze, ich google Fährunglücke in Indonesien und die Anzahl der Rollerunfälle mit Touristen in Thailand. Zum Glück können mich meine Ängste nicht vom Reisen und von Abenteuern abhalten und auch nicht vor Rollerunfällen in Asien bewahren ;)…

How to kill yourself abroad: Ein Buch für Mutige! Oder auch nicht …

Langer Rede, kurzer Sinn: Als ich das Buch „How to kill yourself abroad“ von CONBOOK. Gesehen habe habe dachte ich: „Was für ein Buch, mutig!“ Und als Zweites: „Muss ich haben“. Das Buch trägt den Untertitel „Der Atlas für Waghalsige, Leichtsinnige und Lebensmüde“. Es geht also erst einmal nicht darum, dass Angsthasen erfahren, wo sie besser nicht hinfahren sollten, sondern um Ziele für alle, die auf der Suche nach Nervenkitzel sind. Es geht um Orte jenseits der ausgetretenen Pfade, die noch echte Abenteuer versprechen.

Als ich das Buch zum ersten Mal durchblättere, bin ich sicher, dass ich die meisten dieser Orte wohl eher nicht besuchen möchte, einige aber doch ganz bestimmt auf meine Wunschliste kommen. Auf jeden Fall ist es ein kuriose Mischung, die sich auf diesen Seiten finden lassen. Sie bergen ganz unterschiedliche Gefahren. So finden sich Säureseen am Iljen-Vulkan in Indonesien, die berühmte „Straße des Todes“ in Bolivien, die berüchtigten Drogenkartelle in Mexiko oder Australien mit seinen Giftspinnen in der Liste. Unfälle, Umweltkatastrophen, Raubtiere – alles mit dabei. Ich habe hier drei gefährliche Orte herausgesucht, die ich entweder besonders sehenswert trotz Gefahr finde oder sehr kurios. Oder beides.

  • Katakomben von Odessa, Ukraine

Ich liebe es, wenn es unter die Erde geht. Ob die Katakomben in Paris, auf Malta oder Bergwerke – da bin ich dabei. Die Katakomben unter Odessa gelten als das größte Labyrinth der Welt. Wenn die Pariser Katakomben eine stolze Länge von 500 km haben, wird die Länge in Odessa auf das Fünffache geschätzt. So genau weiß das keiner. Klar, dass es viele Neugierige in die Tiefe zieht … und nicht alle kommen wieder zurück. So ist zum Beispiel eine Frau seit dem Jahreswechsel 2005 verschollen, die sich beim Feiern von der Gruppe getrennt hat. Kein Einzelfall.

  • Zugfahren in Indien

Ja, dieses Abenteuer habe ich selbst erlebt. Und dabei ganz tolle Erfahrungen gemacht. Dennoch: Zugfahren in Indien ist nicht immer superduper. Und ein wenig gefährlicher als die Bahn in Deutschland ist es wohl auch. Zur Verteidigung: Die Bahnstrecken und das Passagieraufkommen der Indischen Bahn ist um ein Vielfaches größer als das der Deutschen. Doch die Zahlen sind schon beeindruckend: Im Jahr 2014 ließen knapp 30.000 Menschen ihr Leben bei Unfällen mit der indische Bahn. Wow. Gründe dafür sind einerseits die stets überfüllten Züge. Da fallen einige der Passagier schon einmal vom Dach oder aus der Tür, andererseits sterben viele Menschen beim Überqueren der Gleise. Aber: Man muss diese offiziellen Zahlen mit Vorsicht genießen. Es heißt, dass es durchaus nicht unüblich sei, Verstorbene auf Gleise zu legen. Bei einem Unfall lässt sich dann mit etwas Glück eine Entschädigung herausschlagen.

  • Death Valley, USA

Unbeschreibliche Hitze – das ist da Problem, das dich im Death Valley erwartet. Das Tal des Todes, westlich von las Vegas, ist der tiefste Punkt Nordamerikas und der heißeste Ort der Erde. Die höchste hier jemals gemessene Lufttemperatur beträgt sage und schreibe 93,9 Grad Celsius. Zwischen den Bergketten staut sich die heiße Luft und dennoch kommen hierher tagtäglich Massen an Touristen. Ich würde auch gerne einmal die bizarre Landschaft sehen, aber ein paar Vorbereitungen sollt man treffen. Eher in den Wintermonaten reisen und definitiv genug Wasser mitnehmen. Dann sollte man einen kurzen Ausflug schon überleben.

Wilde Tiere, extremes Wetter, Anschläge oder Unfälle: Welche Ängste sind es, die dir bei Reisen am meisten Bauchweh verursachen? Und lässt du dich davon abhalten? Das Buch ist vielleicht nichts für Hypochonder, aber für alle etwas, die sich und ihre Ängste nicht ganz so ernst nehmen und mit schwarzem Humor etwas anfangen können.

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