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Skåne: Die perfekte Spätsommer-Destination

Als wir unser kleines Schwedenhäuschen „Villa Sigrid“ in Vejbystrand betreten, fühlen wir uns, als wären wir in ein Bilderbuch gefallen. An der Garderobe hängen gelbe Regenjacken, darunter stehen die passenden Gummistiefel bereit. Das puristische schwedische Interieur ist hell und freundlich, dank der Malereien, Decken und Kissen ist es wunderbar gemütlich. Auch wenn wir todmüde sind, schließlich sind Sarah und ich den kompletten weg von Mainz nach Malmö mit dem Zug angereist und von dort die letzten 100 km weiter mit dem Mietwagen, wollen wir unbedingt dem Meer Hallo sagen. Im Urlaub zum ersten Mal das Meer sehen ist doch immer der schönste Moment, oder? Von unserem Häuschen brauchen wir nur 10 Minuten zu Fuß zum Strand, hier ist es so wahnsinnig ruhig, der Strand ist ewig lang und das Meer rauscht in sanften Wellen an Land. Wir spazieren im sanften Licht der Spätsommersonne am Strand entlang und spüren unser Ankommen. Es ist immer wieder ein Phänomen, wie sehr diese erste Begegnung mit dem Meer mich immer erdet. *enthält Werbung

Nach unserem Meerspaziergang machen wir es uns „zuhause“ gemütlich. Schließlich gibt es in den nächsten Tagen viel zu tun. Wir wollen sehen, was Skåne in Südschweden für uns bereithält. In den kommenden Tagen machen wir die Region mit dem Mietwagen unsicher. Ich bin froh, dass Sarah das Fahren übernimmt, denn ich bin so ungeübt, dass ich immer auf öffentliche Verkehrsmittel ausweiche, aber auch das ginge in Skåne dank gutem Bus- und Bahnnetz ohne Probleme. In Skåne hat man die Wahl: Urlaub in der Natur, an Stränden oder bei Waldspaziergänge oder als Städtetrip. Wir verbinden in den fünf Tagen einfach alles miteinander und entdecken, wie vielfältig die Region ist: wunderschöne Natur, entspannte Städte mit tollen Restaurants, Fika und Handwerk. Besonders der Spätsommer oder frühe Herbst ist ideal, um Südschweden einen Besuch abzustatten. Dann sind die Strände wieder leerer, das Wetter ist immer noch super. Ideal, für Wanderungen, Strandtage und Städtebummel. Wir haben so viel erlebt, dass es fast unmöglich ist, alles im Detail zu erzählen. Also habe ich euch meine Highlights hier einmal kurz zusammengefasst.

Töpferei Pyttan Åberg in Ängelholm

Den ersten Morgen in Schweden beginnen wir mit Brot, Käse, Marmelade und Obst von der nahegelegenen Farm Sandgårdens Skafferi. Wir trinken in Ruhe unseren Kaffee in wunderschönen handgetöpferten Tassen, passend zu unserem ersten heutigen Programmpunkt. Wir besuchen die Töpferei Pyttan Åberg in Ängelholm. In der kleinen süßen Töpferstube plaudern wir erst ein wenig mit Pyttan beim Kaffee und dürfen dann selbst Hand anlegen. An der Töpferscheibe versuchen wir uns daran, unsere eigene kleine Schüssel zu machen, die uns Pyttan im Anschluss netterweise nach Hause schickt.


Töpferei Pyttan Åberg in Ängelholm

Helsingborg

Herrschaftlich: Schloss Sofiero

Gut 5 km von Helsingborg entfernt befindet sich das Schloss Sofiero mit wunderschönem Schlossgarten. Sofiero ist ein beliebtes Ausflugsziel, dessen Geschichte im Jahr 1864 beginnt. Prinz Oscar und seine Frau Sophia von Nassau besuchten Helsingborg und verliebten sich in die Gegend. Kurzerhand kauften sie ein Grundstück und errichteten das Schloss samt Garten. Aus einem ersten Rhododendron entwickelte sich eine riesige Pflanzensammlung in der herrschaftlichen Gartenanlage. Mir hat sowohl der Garten als auch die Ausstellung im Schloss total gefallen. Eine große Empfehlung!

Sauna Palsjöbaden

Am Strand stehen sie in Reih und Glied: Kleine Holzhäuschen auf Stelzen über dem Wasser. Das Palsjöbaden ist eine für Schweden typische Sauna. Eine Seite ist den Frauen vorbehalten, die andere den Männern. Über Treppen geht es in die Wellen zum Abkühlen. Wir waren zwar selbst nicht in der Sauna aber allein der Anblick ist schon toll, oder?

Malmö, die Metropole der Region

Wer in Skåne ist, darf natürlich einen Besuch in Malmö nicht auslassen. In der Metropole der Region mit 315.000 Einwohnern gibt es unzählige Cafés, Restaurants und Bars – die Auswahl ist riesig! Besonders hip ist der Bezirk Möllevången, kurz Möllan. Hier im Szeneviertel reihen sich nette Shops an kleine Restaurants. Wir sind passend zum Lunch hier und lassen uns in der Uggla Kaffeebar Sandwiches und Salat schmecken. Empfehlenswert ist auch der Schlosspark Slottsträdgården, der sich rund um die Burg Malmöhus befindet. Hier gibt es das süße Slottsträdgården-Trädgårdscafé, das ebenfalls ein toller Ort zum Verschnaufen und Schlemmen ist.

Historisches Lund

Eine wunderbar gemütliche und historische Stadt ist Lund. Von der kleinen Studentenstadt mit Fachwerkhäusern und Bars war ich sofort verzückt. Nach dem Motto „klein aber fein“ hat Lund die perfekte Mischung aus alter Architektur und jungem Studentenflair. Ein Besuch der Markthalle steht bei mir immer an oberster Stelle. Auch hier lässt es sich schön durch die im Jahr 1909 erbaute Saluhall schlendern und die vielen regionalen Produkte bewundern. Neben den Marktständen sind hier auch mehrere tolle Restaurants untergebracht. Wer sich ein paar Snacks für ein Picknick besorgt, nimmt diese am besten mit in den botanischen Garten. Hier kann man es sich im Garten bequem machen und später noch die Gewächshäuser erkunden.

Strandzeit in Falsterbo und Skanör

Am meisten haben wir uns auf die Strände gefreut. Ganz ehrlich: Bei Strandurlaub in Europa, ist Schweden nicht das erste Land, das mir in den Sinn gekommen wäre, aber die Strände sind wahnsinnig schön. In Falsterbo beispielsweise, an der südwestlichen Spitze Schwedens, steht einem entspannten Strandtag nichts im Wege. Nachdem die Sommerferien in den meisten Ländern vorbei sind, ist es hier menschenleer. Der Sand ist weiß und aus feinstem Sand. Sanfte Dünen erheben sich ins Hinterland. Das Wasser ist hier ruhig und eignet sich perfekt zum Schwimmen oder für eine Runde mit dem SUP. Etwas ungezähmter ist das Wasser in der nahegelegenen Bucht bei Skanör. Das raue Wasser sieht hier wunderschön aus, der Strand ist ebenso fein und in den Dünen stehen ganz malerisch die kunterbunte Strandhütten. Wenn ich einen Lieblingsort in Skåne nennen sollte, wäre es dieser.

Naturreservat Kullaberg bei Mölle

Wer noch mehr Natur erleben will, sollte das Naturreservat Kullaberg ansteuern. Vom Parkplatz aus wandern wir zum Leuchtturm Kullens Fyr und weiter durch die felsige Küstenlandschaft. Im Spätsommer ist das felsige Gestein überzogen von den lila Blüten der Heide. Im Kontrast mit den grauen Felsen und dem hellen Türkis des Wasser, sieht die Landschaft wunderschön aus. Während wir uns kaum sattsehen können an den Farben, wandern wir ein wenig am Wasser entlang und ich nutze jede Gelegenheit, um frische Brombeeren direkt von den Hecken zu pflücken. Ich liebe Brombeeren und jeder Bissen malt mein zufriedenes Lächeln noch größer in mein Gesicht.

Im nahegelegen Küstenörtchen Mölle besuchen wir das Mölle Krukmakeri & Café. Das kleine Café ist ein zauberhaft kreativer Ort mit einem ganz eigenen Charakter. Der Wintergarten ist mit Weinranken übersät, Bilder hängen an den Wänden und die Stücke aus der Töpferei sorgen für die Extraportion an kreativem Flair. Wir machen es uns im üppig grünen Garten gemütlich, trinken Limo und essen frischen Salat und leckeren Käse.

Waldbaden

Neben tollen Stränden und markanten Küstenlandschaften gibt es in Skåne auch jede Menge Wald zum Wandern. Im Söderåsen Nationalpark, rund 40 Kilometer östlich von Helsingborg, geht es über einen Bohlenweg unter alten Bäumen entlang. Immer am Ufer des Odensjö-Sees verbringen wir wundervolle ruhige Stunden. Wer will, kann mit dem Mountainbike oder auch zu Pferd den Nationalpark erkunden. Wir genießen die Ruhe und fühlen uns im Anschluss wunderbar erholt und gleichzeitig angenehm müde, schließlich haben wir heute einige Kilometer hinter uns gebracht.

Fika-Time

Was zwingend zu Schweden gehört und ich bereits in Stockholm lieben lernte, ist die Fika. Als Kaffeetante wie für mich gemacht. Ein Käffchen, dazu etwas Süßes und jemandem zum Quatschen. Wir haben die Fika während unserer Zeit in Schweden sehr verinnerlicht. Die schönsten Orte für die Kaffeepausen waren in der wunderschönen Brödkultur 2.0, einem gemütlichen Bio-Café auf der Farm Sofiero Gård, direkt neben dem Schloss Sofiero. In Lund haben wir im Love Coffee Roasters unser tägliche Fika eingelegt. Besonders idyllisch war das Gartencafé Lotta på Åsen, ganz in der Nähe des Söderåsens Nationalparks. Unbedingt die Zimtschnecken probieren!

Skåne ist eine Region, die viel Raum für Aktivsein, Entspannung, Naturerleben und Kulturentdecken bietet. Mein Traum: In den nächsten Jahren mit meiner ganzen Familie, also Geschwister, Cousin und Cousine samt Kindern einpacken und ein Häuschen mieten. Das wäre schön.

rechts:
Slottsträdgården-Trädgårdscafé
Die gemütliche Villa Sigird
Auf alles vorbereitet.

*Danke an Sarah, die mich mitgenommen hat und an Tourism in Skåne, die diese Reise unterstützt haben.
Mehr zu unserem Schwedentripp findest du hier bei Sarah.

2 Kommentare

  • Outdoorsuechtig

    Ui, das sieht ja toll aus und ich habe direkt Lust auf Urlaub bekommen. Ich glaube, besonders dieser Bohlenweg wäre etwas für mich! Danke für den Artikel und liebe Grüße,

    Jörg vom Wanderblog Outdoorsuechtig.de

  • Julia Beatrice

    Hi Julia,
    ich liiiebe Skane – und es stimmt wenn du schreibst, dass es die perfekte Spätsommerdestination ist. Ein sehr schöner Beitrag mit tollen Fotos, die wieder Lust auf Schweden machen. Hach ..hoffentlich bald.
    LG Julia

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