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Nymphomaniac – Fliegenfischen, Sex und Rammstein

Der Film beginnt atmosphärisch: Eine Frauengestalt liegt reglos am Boden, nahezu drapiert  im Schnee. Ihrem Retter liefert sie als Erklärung ihres Zustands ihre detaillierte Lebens- und vor allem Liebesgeschichte.

In Lars von Triers „Nymphomaniac“ erzählt die Protagonistin Joe von ihren sexuellen Erfahrungen, ihrer Macht und fehlender Moral. Sie beginnt ihre Erzählung mit der Entdeckung ihrer Weiblichkeit als Zweijährige und endet aprupt zum Ende des ersten Teils mitten im (Liebes-)Leben der jungen Joe – untermalt mit Rammstein vom Besten!

In vielen Fällen wirkte mir der Film etwas zu aufgesetzt, zu konstruiert. Dieser ewige Vergleich mit Fliegenfisch, nun ja. Trotzdem fand ich den Film sehenswert, kurzweilig und künstlerisch umgesetzt.

Aber ich verstehe echt die Aufregung nicht. Der Film löste im Vorhinein einen Hype aus, der beispielsweise an Feuchtgebiete oder Shades of Grey denken lässt. Skandalfilm! Die Prämiere bei der Berlinale war eine Sensation.

Klar, im Film gibt es einiges zu sehen. Die Geschichte dreht sich nun einmal ausschließlich um Sex, und weiter? Wieso löst das eigentlich immer noch so einen Aufruhr aus? Weil es „echten“ Sex zu sehen gibt (der ja nicht mit den Schauspielern sondern mit Körperdouble gedreht wurde), wo sich jeder die härtesten Sachen im Internet reinziehen kann?

Skandalöser Porno oder Meisterwerk? Es ist ein Film mit Sex. Punkt. Nicht mehr und nicht weniger.

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