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Ansbach im Winter: Ein zauberhaftes Adventswochenende

Alles fing mit einem Gewinnspiel an. Letztes Jahr habe ich eine Übernachtung in Ansbach beim Blog Sommertage gewonnen. Da ich ihn leider nicht im selben Jahr einlösen konnte, fragte ich kurzerhand nach, ob ich um ein Jahr verlängern kann. Dies klappte zum Glück problemlos und so ging es endlich Anfang Dezember mit einer Freundin nach Mittelfranken für unser Ansbach-Wochenende.

Als ich ankomme, merke ich direkt, dass Ansbach größer ist als gedacht. Doch zum Glück sind die Wege in der ALtstadt nicht weit und auch vom Bahnhof sind wir schnell am Hotel. Auf dem Weg zu unserm Hotel legen wir noch einen kleinen Zwischenstopp im Café Karl ein. Das Café wird von der Lebenshilfe betrieben und bietet kleine Snacks und eine große Getränkeauswahl. Die Einrichtung ist sehr kreativ und so sitzen wir bei Sandwich und Limo in einer Schubkarre. Frisch gestärkt gehen wir dann zum Hotel Bürger-Palais, in dem wir für zwei Nächte residieren dürfen. Zum Hotel gehört auch eine traditionelle Wirtsstube und ein Kaffeehaus, in dessen Tresen wir auch einchecken können. Unser Zimmer verschlägt uns kurz die Sprache: Ein mondäner Kronleuchter, ein riesiger alter Holzschrank, feine Tapeten – den Einrichtungsstil kann man definitiv als herrschaftlich bezeichnen. Wir schnaufen kurz durch und machen uns dann schon auf den Weg zum ersten Erkundungsrundgang durch die Stadt. In der Altstadt ist der Weihnachtsmarkt aufgebaut, mit großer Pyramide und vielen Ständen. Wir trinken Punsch, schlendern an den Ständen vorbei und kaufen kurzerhand ein paar Lammfellsohlen, denn es ist knackig kalt geworden in den letzten Tagen.

Wir verbringen unsere Tage mit Spaziergängen, Museumsbesuchen, mit ausgiebigen Pausen in Cafés, Restaurants und Kneipen. Die Zeit vergeht schnell und wir haben am Ende das Gefühl, Ansbach richtig gut kennengelernt zu haben. Mein Fazit zu Ansbach ist am Ende durchweg positiv: Ein tolle Stadt mit viel Flair, Kultur und süßen indiviudellen Läden, Hotels und Gastronomie. Wer nun Lust auf tolle Architektur, Einkaufsbummel und einfach eine charmante Stadt jenseits des Touristentrubels hat, der ist in Ansbach genau richtig. Und wer jetzt angefixt ist, findet im Folgenden alle Tipps und sehenswerten Orte für einen Wochenendtrip nach Ansbach.

Kultur in Ansbach

Markgräfliche Residenz

Die Markgräfliche Residenz man nur mit einer Führung besuchen. Da ich leider keine Fotos machen durfte, hatte ich umso mehr Zeit, die Räume zu genießen. Wir besuchen in rund 50 Minuten 27 Räume, insgesamt fasst die Residenz mehr als 400, doch die meisten sind heute Teil der Regierung von Mittelfranken und in Büros umgewandelt. Die Räume, die man besichtigen kann, sind die repräsentativen Prunkräume, zum Beispiel der große Saal, die Vorzimmer und die Audienzzimmer von Markgraf und Markgräfin. Hier wurde im französischen Stil die Audienz im Bett abgehalten. Wobei die Betten reine Schaubetten waren, in denen nie jemand wirklich geschlafen hat. Wir machen bei der Runde durch das Gebäude eine Zeitreise, denn die Räume wandeln sich in der Einrichtung von Barock zu Rokoko bis zum Klassizismus. Da wir gerade einmal vier Personen sind, dürfen wir an manche Exponate ganz nahe heran. Wir begutachten Schränke mit Schildpatt, Porzellan, Stücke aus Ansbacher Fayence, und dürfen Blicke hinter die Kulissen werfen und die Gänge sehen, die die Bediensteten nutzten. Die Residenz ist wirklich beeindruckend und ich kann den Besuch wärmstens empfehlen.

In der Touristeninformation kann man sich einen Audio-Guide ausleihen und damit eine Stadtführung durch Ansbach vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten machen. Wir starten an der Residenz, gehen durch den Hofgarten, vorbei an der Orangerie und durch die Altstadt. Wir lassen wir uns Wissenswertes zur Synagoge, zu den Katakomben in der Kirche und dem berühmten Findelkind Kaspar Hauser erzählen.

Markgrafenmuseum

Ein weiterer kultureller Höhepunkt in Ansbach ist das Markgrafenmuseum, das in einem Gebäudekomplex aus dem 14. bis 18. Jahrhundert untergebracht ist. Im Erdgeschoss gibt es eine Kaspar-Hauser-Ausstellung zu bestaunen, in den Obergeschossen geht es um die Markgrafenzeit. Das Nebenhaus beherbergt Exponate aus Vor- und Frühgeschichte. Besonders interessant fand ich die Abteilung zu Kaspar Hauser, dem rätselhaften Findling, der kaum sprechen konnte. Er tauchte am 26. Mai 1828 in Nürnberg als etwa 16-jähriger auf und war seinen Angaben zufolge isoliert in einem dunklen Raum aufgewachsen. 1832 kam er nach Ansbach, wo er nur zwei Jahre später von einem Unbekannten niedergestochen wird und wenige Tage später seinen Verletzungen erlag. Zeit seines Lebens und drüber hinaus ranken sich Mythen um die Herkunft des Findelkindes: Erbprinz oder Hochstapler? Zu sehen ist auch die Kleidung, in der starb, inklusive Blutspuren. Die Ausstellung hat es sich zum Ziel gesetzt, das kurze Leben von Kaspar Hauser nachzuzeichnen, auch wenn meiner Meinung nach mehr grundlegende Hintergrundinformationen zu Beginn geklärt werden könnten, für alle, die den Mythos nicht so genau auf dem Schirm haben.

Ansbach

Vegetarisches in Ansbach

Kaspar Hauser

Das Restaurant Kaspar Hauser wird zwar als veganes und vegetarisches Restaurant bei Google gelistet, bietet aber zu der großen fleischlosen Auswahl auch Fleischgerichte an. Wir sind von der riesigen Karte so überfordert, dass wir uns gar nicht entscheiden können. Am Ende bestellen wir beide Pizza, ich mit veganer Salami und Schinken und in meinem Fall natürlich: Ohne Zwiebeln! Leider klappt das mit den Zwiebeln nicht so wie gewünscht, aber das passiert leider immer wieder. Nachdem ich die Pizza schweren Herzens zurückgebe, ob der riesigen Ladung an roten Zwiebelringen, finde ich in der zweiten Portion noch immer große Zwiebelstücke in der Sauce. Trotzdem kann ich das Restaurant empfehlen: Der Service ist super freundlich, der Raum sehr persönlich und kreativ eingerichtet und die Auswahl wie gesagt riesig, sodass jeder etwas findet. Also wer in Ansbach auf der Suche nach vegetarischen oder veganen Gerichten ist, ist hier definitiv gut beraten, sollte bei Allergien oder ähnlichem aber noch einmal deutlich darauf hinweisen.

Max und Muh

Am zweiten Abend sind wir ins Max und Muh zum Burgeressen gegangen. Es gibt mehrere vegetarische und auch einen veganen Burger. Mein Halloumi-Burger war prima und die Portionen, vor allem wenn man zusätzlich Beilagen wählt, sehr üppig. Besonders lecker fanden wir auch die hausgemachten Limos! Die Einrichtung ist außerdem sehr stylisch mit allerhand Geräten aus dem Sportunterricht ausgestattet. Ob die Medizinbälle & Co nach dem Burgeressen zur Bewegung motivieren sollen?

Café Karl
Green and bean
Im Café Green & Bean

Cafè Karl und Café Green & Bean

Auch in Sachen Cafés kann man in Ansbach glücklich werden. Neben dem schon erwähnten Café Karl und dem Kaffeehaus im Hotel Bürger-Palais kann ich das Café Green & Bean empfehlen. Hier begeistert vor allem die Einrichtung. Wir nehmen im hinteren Bereich Platz, wo es Rehbock-Trophäen aus Fahrradsattel und Fahrradlenker gibt, alte Klappsessel und Retrotapete. Und nebenbei sind unser Espresso und Grüntee auch noch lecker.

Stoertebeckers Waschsalon

Da wir uns hauptsächlich auf dem Weihnachtsmarkt tummeln, sehen wir nicht viele Kneipen von innen. Eine wollen wir uns allerdings nicht entgehen lassen: Das Café Stoertebecker oder auch Stoertebeckers Waschsalon, das laut Internet Waschsalon, Kneipe, Café und Flohmarkt ist. Die Kneipe ist ganz nach meinem Geschmack. Alles ist mit Stickern vollgeklebt, auf der Bühne steht ein Gitarrist, der uns mit Rock- und Country-Klassikern beglückt. Hier lassen wir die Eindrücke der letzten Tage bei Tonic-Bier und Tee sacken.

Stoertebeckers Waschsalon, Café, Flohmarkt, Kneipe…

Kaufen in Ansbach

ALMO Menstruationsladen

Zufällig kommen wir an einem Laden vorbei, der direkt unser Interesse weckt: Ein Menstruationsladen. Neugierig betreten wird das kleine Geschäft und dürfen direkt den Adventskalender öffnen, da wir die ersten Kunden des Tages sind. Wir bekommen ein Stoffabschminktuch und einen Menstruationsschwamm geschenkt. Ich bin total begeistert von dem Angebot: Es gibt unzählige Stoffbinden in alle Farben und Größen und ich lasse es mir nicht nehmen, eine kleine Auswahl einzukaufen. Große Empfehlung!

Ansbach Menstruationsladen
Der Menstruationsladen in Ansbach

Brücken-Center

Als wir in Ansbach sind, ist lange Einkaufsnacht. Klar, dass wir da einen Abstecher ins Brücken-Center machen. In der Shopping-Mall bekommt man alles, was man so braucht und vieles mehr. Wer also Lust auf Shopping hat, ist hier richtig.

Hotelempfehlung in Ansbach

Das Hotel Bürger-Palais versprüht nostalgisches Flair. Wer ein modernes Hotel sucht, ist sicher falsch aber alle anderen dürfen sich auf eine besondere Zeitreise mit Blumentapete und goldenen Badamaturen freuen. Die Atmosphäre ist familiär und freundlich. Das Frühstück wird als Buffet in der Gaststube angeboten. Zusätzlich zu Käse, Wurst, Müsli & Co werden Eierspeisen auf Wunsch zubereitet. Da Wochenende ist, dürfen wir uns sogar ein Stück Kuchen aus der Vitrine aussuchen.

Ansbach Hotel Bürger Palais

Offenlegung

Eine Nacht im Hotel, der Eintritt ins die Residenz, das Markgrafenmuseum sowie der Audio-Guide waren Teil meines Gewinns. Die zweite Nacht ging im Gegenzug für die Erwähnung im Artikel aufs Haus.

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