Blog,  Europa,  Kunst und Kultur,  Reisen

25hours The Trip und Fantastische Frauen – ein gelungener Frankfurt-Kurztrip

Was mir in den letzten Monaten, natürlich neben Familie und Freunden, besonders gefehlt hat, waren Museumsbesuche. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich meinen Ausstellungstrip nach Frankfurt planen konnte. Nach ein paar Tagen bei meiner Familie, die ich viel zu lange nicht gesehen hatte, konnte ich auf dem Rückweg nach Berlin einen Stopp in Frankfurt einlegen und dort zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Ziemlich tolle Kunst und endlich wieder im Hotel übernachten. Ein gelungener Kurztrip!

Ich komme erst abends in Frankfurt an und wenn ich sonst ehrlich gesagt eher schnell einen Bogen um die Gegend rund um den Bahnhof mache, bin ich froh, dass ich heute keinen weiten Weg habe. Nach fünf Minuten bin ich in der Niddastraße, an der Schnittstelle zwischen dem bunten, lauten Quartier und dem großbürgerlichen Westend. Schon als ich den ersten Schritt ins „25hours The Trip“ setze, merke ich, dass das hier genau mein Geschmack ist. Das Erdgeschoss ist in einem bunten, urbanen Stil eingerichtet, das mich an Abenteuerreisen und Expeditionen erinnert. Grüner Samt, rotes Leder, Hängesessel aus Bambus, Flugzeugdeko, eine Vespa – ich kann mich kaum sattsehen an der Einrichtung. Die Zimmer im Hotel sind nach Kontinenten eingerichtet. Ich komme im asiatischen Teil unter als hätten sie meine Asienliebe schon geahnt. Als ich die Tür öffne bin ich überrascht – positiv! Ich hätte mehr Kitsch erwartet, stattdessen ist der Stil retro-clean. Über dem Bett hängt ein wunderschöner Kimono, mein Highlight ist aber der großzügige Schreibtisch mit dem coolen Vintage-Telefon. Ich habe noch einiges zu tun und packe direkt meinen Laptop aus. Ich habe im Home Office keinen richtigen Schreibtisch und genieße das Hotel Office total. Ich komme gut voran, kann mich konzentrieren, was sonst nicht so meine Stärke ist und dass es draußen nur so schüttet, macht die Arbeitsatmosphäre nur noch heimeliger.

Vor meiner Arbeitsession habe ich mir noch einen Platz im Hotel-Restaurant Bar Shuka reservieren lassen. Auf dem Weg ins Restaurant durch den Hof bewundere ich die Fassade: Unter dem Titel „Smile the World“ sind auf zwei Fassaden 250 Bewohner des Bahnhofsviertels zu sehen – als Teil des internationalen Kunstprojekt „Inside out“ des französischen Künstlers JR, festgehalten von dem Frankfurter Fotografen Rey Scue. Das Motto der Bar Shuka heißt „Israel meets Palästina“ und ich bestelle das Sabih Farmer’s Edition mit Aubergine, Mangopüree, Ei, Kartoffeln, Brot und einer leckeren Sauce. Da ich morgen einiges vorhabe, gehe ich früh wieder ins Zimmer. Ich mache den Fernseher an, auch etwas was ich zuhause nicht habe und in Hotels immer toll finde, zappe ein wenig rum und schlafe früh. Am nächsten geht es nach dem Frühstück noch einmal an den Schreibtisch. Ich habe ein Onlinemeeting mit einem Kunden, schreibe noch einen Text fertig und packe dann meine Sachen. Leider ist die Sauna coronabedingt geschlossen, die hätte ich super gerne noch besucht. Ich schlendere zur Schirn und bin ehrlich gesagt froh, als ich daskurze Stück durch das Bahnhofsviertel hinter mich gebracht habe.


Fantastische Frauen

Auf Fantastische Frauen habe ich mich richtig gefreut. Die Ausstellung dreht sich um Frauen im Surrealismus. Als Motiv waren sie omnipräsent, als gleichwertige Künstlerinnen zunächst weniger. Viele von ihnen hatten zunächst nur über ihre Partner oder als Models Zugang zum Kreis rund um André Breton, doch die Beteiligung der Frauen an der Bewegung war bei genauerer Betrachtung westlich größer als bisher bekannt.Schnell brachen sie aus diesem Rollen­ver­ständ­nis aus und schu­fen selbst­be­wusst unab­hän­gige Werke.  Die Schirn widmet sich mit dieser Ausstellung 34 dieser Frauen. Neben Kunststars wie Frida Kahlo, Louise Bourgeois und Meret Oppenheim lerne ich Künstlerinnen kennen, die ich vorher nicht auf dem Schirm hatte wie Alice Rahon, Bridget Tichenor oder Edith Rimmington. Wirklich sehenswert!
Die Ausstellung Fantastische Frauen ist noch bis 05. Juli 2020 in der Schirn zu sehen.

Offenlegung: Das 25hours The Trip hat mich für eine Nacht eingeladen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.