Yoga – DIY

 

Foto: Bezirzt

Foto: Bezirzt

Eine Woche Yoga – das ist die Bilanz meines bisherigen Yogalebens. Aber immerhin fand diese Yogawoche in einem indischen Ashram in der Yoga-Hauptstadt Rishikesh statt. Das ist doch schon einmal was. Eine Woche lang wohnten wir im Sri Sant Seva Ashram und besuchten jeden Tag einen Kurs für umgerechnet 1,20 Euro.

Eigentlich wollte ich schon längst einen Kurs belegen aber habe das wie immer aufgeschoben. In Indien habe ich schnell gemerkt, wie gut Yoga meinem Körper tut. Die meditativen Elemente und vor allem das Mantra Chanting haben mich zusätzlich wunderbar geerdet, entspannt und meinen stetigen und anstrengenden Gedankenfluss beruhigt.  Ich bin nicht der total spirituelle Typ. Ich interessiere mich zwar grundsätzlich für Spiritualität aber mehr eigentlich auch nicht. Muss man aber auch gar nicht. Das positive Gefühl kommt auch so. Ich habe die Mantras noch immer im Ohr und lächele über die die ulkige indische Aussprache und damit einhergehende Verständigungsprobleme. „Relax your Päs“ war so lange schwierig bis ich kapiert habe, dass ich mein „face“ entspannen soll. Weiterlesen

Lost Place – „The Eggs“: Beatles Ashram

Schon von der High Bank, hoch über dem Ganges mit Blick auf Rishikesh, fielen mir die weißen eiförmigen Bauten in den Wäldern auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses auf. Die Leute um uns herum sprachen nur von den „Eggs“.

beatles ashram

Eine Egg shelf als Meditationsraum auf dem Dach. Foto: Schattauer / Bezirzt

Es stellte sich heraus, dass diese Eier Teil des berühmten Ashrams sind, in dem die Beatles einige Zeit verbrachten, mehr oder weniger der indischen Spiritualität frönten und neue Lieder schrieben. Klar, dass wir uns das anschauen mussten. Mittlerweile ist das Ashram verlassen. Obwohl es ein Must-See für alle Backpacker ist, interessieren sich die Einheimischen und indischen Touristen nicht sonderlich für das Bauwerk und so ist das Gelände verwildert und die Anlage verfällt zunehmend.

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Foto der Woche – Abendtrommeln

Bezirzt in Arambol

Bezirzt in Arambol

Von einem „Foto der Woche“ erwartet man wahrscheinlich etwas mehr, als das hier bieten kann. Es gibt aber Fotos, die auch ohne großartige Optik beim Betrachten etwas auslösen. Und das ist eines davon. Es erinnert mich an einen wunderschönen Abend in Arambol, Goa. Meine kleine Anekdote zu diesem Bild beginnt aber eigentlich schon drei Wochen vorher in Deutschland.

Am Abflugtag, irgendwann Anfang März 2013, schneite es. Die dicken Schneeflocken fielen und fielen und die Schneedecke auf den Straßen wurde dicker und dicker. Meine Eltern brachten uns mit dem Auto nach Frankfurt – eine Strecke, für die man bei gemäßigten Wetterbedingungen circa 1 1/2 Stunden braucht. Wir waren an diesem Tag gute vier Stunden unterwegs und schlitterten mehr als wir fuhren. Wir ahnten schon, dass dieses Wetter und Fliegen nicht gerade die beste Kombination sein könnten. Doch zunächst sah alles gut aus: kurze aber gefühlsduselige Verabschiedung, Check in, Gepäckabgabe, Warten.

Dann wurden immer mehr Flüge abgesagt und wir wunderten uns, dass bei uns alles nach Plan verlaufen sollte. Wir behielten Recht. Auf einmal hieß es, dass der Flug eine Stunde Verspätung hat, aus einer Stunde wurden zwei und so weiter. In der kleinen Wartehalle, in der alle sehnlichst nach Goa wollten, verging zunehmend die gute Stimmung. Die Warterei und das ewige Hinhalten ohne genaue Ansagen stellten die Nerven auf die Probe und ließen manchen Geduldsfaden reißen.

Nach einer Ewigkeit, sprich zehn Stunden, wurden wir endlich ins Flugzeug gelassen. Wir konnten es kaum glauben. Endlich ab nach Goa! Im Flugzeug teilte uns der Pilot mit, dass wir uns ein bisschen zu früh auf Goa gefreut hatten. Wir konnten zwar starten aber zunächst hieß unser Ziel Sharjah- Die Crew hatte ihre zulässige Arbeitszeit ausgeschöpft. Für sie und uns war also erst einmal Zwangspause angesagt. In den Emirates unweit von Dubai mussten wir dann in einem Hotel für einige Stunden noch den Luxus genießen. Es gibt wirklich Schlimmeres.

Ein netter Nebeneffekt war, dass wir bei dieser Odyssee die anderen Fluggäste kennenlernten. Eine bunte Truppe aus Yoganern, Althippies, Pauschalurlaubern und Indienverfallenen. Mit den Meisten kam man spätestens in der Einreiseschlange ins Gespräch und tauschte sich über die Reisepläne aus. Vom Flughafen verstreuten wir uns im ganzen Bundesstaat. Wir starten im Süden und entspannten innerhalb von drei Wochen an allen Stränden der goanischen Küste einmal von Süd nach Nord.

Nach drei Wochen in Goa hielten wir uns für einige Tage in Arambol auf. Besonders in Erinnerung sind mir die Sonnenuntergänge geblieben. Jeden Abend versammelten sich an einer bestimmten Stelle am Strand unzählige Menschen, um mit Trommeln und Tanz die Sonne zu verabschieden. Wenn diese spektakulär im Meer verschwunden war, saß man zusammen und plauderte, träumte und trank dazu Gin Tonic.

Wir verbrachten einige Abende am Strand und so trafen wir zufällig auch die Yogatruppe aus unserem Flugzeug wieder. Diese hatten an einem Yoga Retreat am benachbarten Strand teilgenommen und feierten mit der Abendzeremonie ihren Abschied.

Ich muss zugeben, dass ich mit Indien zu kämpfen hatte. Zu viele Sorgen waren mir schon im Vorfeld durch den Kopf gegeistert. Ich glaube dieser Abend war einer der ersten, die mir als absolut sorgenfrei und schlichtweg herzerwärmend in Erinnerung geblieben ist.

Lagerfeuergespäche, Sternenhimmel über dem Meer und Sand zwischen den Zehen. Und schon klopft das Fernweh in der Brust.