Berlin | Blog | Kunst und Kultur

Sarg niemals nie – Totlachen in der Bar jeder Vernunft

15. Januar 2018

Ein Bestattungsinstitut mit Geldproblemen, zwei ganz unterschiedliche Brüder und eine verliebte polnische Putzfrau. Soweit die Ausgangssituation, soweit so offen. Was dann passiert, schwankt zwischen absurd und urkomisch, über allem die Frage: „Wie lustig darf der Tod sein?“ Wenn wir dem Urteil der drei Figuren aus „Sarg niemals nie“ glauben dürfen, zum Totlachen.

„Bestattical“ – die Macher von „Sag niemals nie“ haben kurzerhand ein eigenes Genre für ihr Stück ins Leben gerufen. Es ist ein wenig befremdlich, wenn man beim Betreten des Zelts einen Sarg und mehrere Urnen auf der Bühne stehen sieht, aber schnell ist das anfängliche Befremden dahin. Im Gegensatz zum Refrain des ersten Song „Wenn Bestatten deine Arbeit ist, dann ist das meistens sehr, sehr trist“, fängt das Musical nicht trist, aber stilecht mit einer Bestattungszeremonie an. Der Besitzer des Bestattungsinstituts und Vater des Protagonisten ist verstorben. Särge und steife Beerdigungen waren so gar nicht sein Ding und so berufen sich die drei Figuren bei so manchen fragwürdigen Entscheidungen auf die nicht gerade konservativen Ansichten des Vaters. Ohne zu viel verraten zu wollen, geht es im Stück um die Abwendung der drohenden Insolvenz (Billig-Bestatter wie Sargkozy und Sarg-to-go machen den Bestattern das Leben schwer), die Beziehungen zwischen den Charakteren und „Herrn Schmitt als Shit“.

Bei den Liedern zeigen Sänger und Musiker die Bandbreite ihres Könnens und hauen einige Ohrwürmer heraus, die auch Tage nach der Vorstellung noch in meinem Kopf schwirren. Das Thema „Tod“ kann in der Satire unterschiedlich umgesetzt werden. Im Stück in der Bar jeder Vernunft geht es in erster Linie spaßig zu. Auch wenn das Stück ankündigt „bitter, böse und schwarz“ zu sein, ist es meines Erachtens locker und lustig. Auf die Füße getreten dürfte sich hier keiner fühlen. Ich als Fan von Drastik und Düsterem (ich erinnere an meine Vorliebe für Metall ;)) hätte mir manchmal ein wenig mehr „böse“ und dafür weniger albern gewünscht, aber einen kurzweiligen und schönen Abend mit vielen Lachern hatte ich allemal.

Bild: Kathrin Heller

Wer sich in der Bar jeder Vernunft einen Abend lang totlachen will, der findet hier die Termine, die im kommenden Juli stattfinden.

Offenlegung: Die Bar jeder Vernunft hat mir zwei Pressetickets zur Verfügung gestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.