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Herbstwetter statt Winterwonderland: Warum sich Stockholm trotzdem lohnt

12. Januar 2017

Stockholm

Nieselregen, 8 Grad plus und ein Zimmer, das ein wenig an das von Harry Potter unter der Treppe erinnert – Stockholm hätte bessere Voraussetzungen für unseren Silvesteraufenthalt bieten können. Hinzu kam, dass viele Bars, Museen und Ausflugsangebote zwischen den Jahren geschlossen waren und die Restaurants sich zu Silvester noch einmal einen guten Aufschlag auf die eh schon saftigen Preise gönnten. Egal! Wir machten das Beste aus unsrem Stockholmabenteuer. Das Fazit: Stockholm kann selbst unter widrigen Umständen so einiges! Und am Ende kam sogar die Sonne raus.

Skansen: Fellnasen und Zeitreise

Knuffige Nase, kuscheliges Fell, sanfte Augen: Tiere sind für mich immer ein Highlight, eine Begegnung fürs Herz. Egal, ob Kuh, Wolf, Pony oder Fuchs, mit Vierbeinern kann man mich begeistern. In Stockholm lohnt sich für alle, denen es ähnlich geht, ein Ausflug ins Skansen. Das Skansen ist ein Freilichtmuseum, das in das ländliche Leben in Schweden der letzten Jahrhunderte entführt und gleichzeitig ein Tierpark. Neben den Tierchen gibt es also vieles zu entdecken: Glasbläser, eine Bäckerei und um die Weihnachtszeit warten Mägde in Bauernhöfen, die die Besucher in die schwedischen Feierlichkeiten einweihen. Sehr lohnenswert!

Stockholm Schären

Schären: Ausflug auf dem Wasser

Natürlich stehen die Schären ganz oben auf der Liste von Stockholmbesuchern, auch auf unserer. Lebhaft erinnere ich mich an unseren Ausflug in die Schären vor Göteborg, die so wundervoll vereist eine ganz surreale Winterlandschaft bildeten. Doch in Stockholm war leider nix mit Winterwonderland. Zusätzliches Problem: Nicht viele Boote starten im Winter, die Fähren verkehren rudimentär. Wenn das Wasser zugefroren wäre, hätten wir gar keine Chance gehabt und hatten so noch Glück mit den milden Temperaturen. Wir wählten mangels Alternativen eine 2,5 stündige Rundfahrt ohne Halt. Auch wenn es sicherlich bessere Fahrten mit Zwischenhalten im Sommer gibt, waren wir doch ganz zufrieden, kuschelten uns außen auf eine Bank und bestaunten einen übertrieben schönen und langen Sonnenuntergang auf dem Wasser. Die vielen Inselchen im Osten sind wahnsinnig schön. Nach Westen haben wir es leider nicht mehr geschafft, ist bestimmt auch sehr interessant. Allein für diese Ausflüge würde ich gerne nochmal im Sommer nach Stockholm kommen.

Kriegsschiff mit tragischer Geschichte

Am 10.August 1628 ist es soweit: Eines der größten Kriegsschiffe seiner Zeit bricht zur Jungfernfahrt auf. Das Schiff, etwa 69 Meter lang, 12 Meter breit und am Großmast fast 52 Meter hoch, ausgeschmückt mit 64 Kanonen, ist eine Prestigeprojekt des Königs. Doch kaum ist die Vasa auf dem offen Wasser, gerät sie in Schräglage. Und dann das Unglück: Ein stärkerer Windstoß lässt das Schiff etwa 1.300 Meter nach dem Start kentern, nach rund zwanzig Minuten Fahrt. Zwischen 30 und 50 Menschen lassen ihr Leben.
In den 50er-Jahren wurde das Schiff gefunden und einige Jahre später geborgen. Nach 333 Jahren im Wasser wurde es unter großem Aufwand restauriert und kann nun im Vasa-Museum, das auch architektonisch sehenswert ist, bewundert werden.
Ich bin nicht der riesige Schiff-Freak, aber das Museum hat mich echt beeindruckt. Unbedingt auch den Film ansehen!

Fotografiska: Kunst gucken

Ein Kunsttipp darf nicht fehlen! Auch wenn ich zugeben muss, dass wir hauptsächlich deshalb im Fotografisk waren, weil am Neujahrstag sonst nichts geöffnet hatte, es war definitiv einen Besuch wert. In Södermalm, dem hippen Teil der Stadt gelegen, präsentiert es abwechslungsreiche Ausstellungen und ein gutes Programm vor allem bei doofem Nieselregenwetter.

fotografiska

Ach und wer wissen will, wie wir nun Silvester gefeiert haben: Zuerst gab es ein tolles Silvesterdinner im Koh Phangan, einem Restaurant, das quietsch-bunt und in Beachbar-Atmosphäre an die Full-Moon-Party erinnert. Danach fanden wir nach einigem Suchen eine Karaokebar und danach wurde schön Feuerwerk geschaut.

Was sind eure Highlights für Stockholm im Winter?

  1. Ohje, 8 Grad und Nieselregen klingen nicht gut und vor allem für diese Jahreszeit ungewöhnlich?! Ich war zwei Mal im Winter dort – einmal auch über Silvester – und es war beide Male saukalt. So oder so, Stockholm ist super schön :)

    1. Stockholm im Winter = saukalt und Winterwonderland, so meine Meinung. Dass es die Möglichkeit gibt, Silvester dort ganz ohne Schnee zu feiern, daran hätte ich niemals gedacht. Aber egal, jetzt sitze ich an der Ostsee mit zugefrorenem Strand, da hab ich meinen Winter.

  2. Das Vasa Museum fand ich auch total faszinierend, eins der tollen Museen in dem ich je war. Ich war ewig drin und würde es jedem Besucher empfehlen. Auch das Schloss Drottningholm hat mir gut gefallen. Allerdings war ich auch im Sommer dort und dann ist der Garten dort besonders toll. Ne richtig tolle Stadt, ich fahre bestimmt noch mal hin :)
    VG Simone

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