Dreamtime Cabanas: Ein Ort zum Träumen

Eine kleine Irrfahrt mit dem Tuk-Tuk entlang der Gleise (die richtige Adresse finden, ist in Sri Lanka immer ein kleines Abenteuer), ein Gang durchs große Tor und plötzlich stehe ich mittendrin im wohl schönsten tropischen Garten, den ich in ganz Sri Lanka sehen durfte. Mitten im Dschungel in Hikkaduwa, etwas landeinwärts aber trotzdem nur fünf Minuten vom Strand entfernt, befindet sich die schönste Unterkunft meiner ganzen Reise: Das Dreamtime Cabanas. Und das weiß ich schon, bevor ich überhaupt einen Fuß ins Innere meiner Hütte gesetzt habe.

Ein Häuschen im Grünen

Mit dem Dreamtime Cabanas ist es so, wie mit Sri Lanka an sich: Kaum bin ich da, merke ich: Das passt, hier könnte ich bleiben. Der tropische Garten und die beiden sympathischen Besitzer erschaffen eine Atmosphäre, in der man sich sofort wohlfühlt.

Bevor ich mein Domizil für die nächsten beiden Tage betrete, werde ich von Mel und Supun, dem australisch-singhalsischen Paar, das das Dreamtime Cabanas führt, begrüßt. Ich bekomme erst einmal einen leckeren Fruchtshake und setze mich in den Gemeinschaftsbereich, der überdachte Terrasse, Essensbereich und Aufenthaltsraum ist. Ich schaue mich um und sehe in erster Linie grün, gesprenkelt mit roten und gelben Tupfen. Es sind junge Palmen und allerhand tropische Blumen, die ich mit meinen unzureichenden Botanikkenntnissen zwar nicht benennen aber schön finden kann. An einigen Pflanzen stehen sogar kleine Schildchen mit ihren Namen, damit man schlauer geht, als man gekommen ist.

Und das Highlight kommt erst noch. Mel nimmt meine Handtasche und geht voran über einen kleinen Weg aus Holzbrettern zu den Hütten. Ich bekomme das mittlere der drei Häuschen, die traditionell mit Palmdächern gedeckt sind. Eine kleine Terrasse befindet sich am Eingang und eine große Fensterfront lässt einen Blick ins Innere zu, der einiges verspricht. Mel hält mir die Tür auf und verabschiedet sich mit einem Lächeln auf den Lippen.

Neugierig gehe ich hinein. Im Inneren dominiert ein großes Bett in der Mitte den Raum. Ein Moskitonetz hängt von der hohen Decke herab und beruhigt mich, was die Spinnensituation betrifft. Mit Moskitonetz fühle ich mich einfach immer etwas sicherer, denn wo Natur ist, da gibt es auch gerne einmal Krabbeltiere. (Kleine Nachtrag an die Spinnephobiker: In ganz Sri Lanka ist mir nicht eine Spinne begegnet.) Auf dem Bett liegen kleine Blüten, auf einem Blatt werde ich mit „Welcome to Dreamtime, Julia“ begrüßt.

Hinter dem Bett steht eine Mauer frei im Raum, die den vorderen Bereich vom Badezimmer im hinteren Teil der Hütte abgrenzt und den absoluten Oberhammer offenbart: Die Dschungeldusche mit Oberlicht. Überall sind Pflanzen, der Boden ist mit Steinchen gefliest. Ich liebe es und würde am liebsten direkt eine Dusche nehmen, doch das spare ich mir für später auf. Wenn ich könnte, würde ich mir genau so ein Häuschen bauen und 1:1 so einrichten. Überall gibt es kleine Details zu entdecken wie die bemalten Äste in der Ecke des Badezimmers, die Blümchen am wunderschönen Waschbecken und der Handtuchhalter aus Holz. Diese Cabana ist nicht nur pittoresk sondern pinterestesk sozusagen. Genau diese Bilder von Inneneinrichtung könnte ich dauernd pinnen und würde sie mir aus einem Magazin herausreißen, um die Seite an die Wand zu kleben. Kurzum: Ich fühle mich pudelwohl.

Ein Zuhause in der Ferne

Als ich mich endlich losreißen kann, gehe ich zum Strand. In nur fünf Minuten ist man am ruhigen Teil des Narigama-Strandes. Hier war ich schon vorher im Thambili Cafe, wo ich meine heißgeliebtene Chashewnüsse und Avocado-Toast gegessen haben. Ich trinke einen Kokosshake und streichele die Hunde, bevor ich mich ein wenig in die Sonne lege und lese. So entspannt fließt der Tag dahin und mit den letzten Sonnenstrahlen gehe ich zurück zum Dreamtime, denn dort wartet mein Abendessen auf mich. Supuns Mutter ist nicht nur die Frau fürs Frühstück, sie macht auf Bestellung auch Abendessen für die Gäste. Ich habe ein vegetarisches Curry bestellt und genieße das Essen mit dem Sound der Natur. Das Tolle am srilankanischen Essen ist, dass man zehnmal „Vegtable Curry“ bestellen kann und doch nie das Gleiche kriegt. Mal gibt es Linsen, mal Blumenkohl, meist von allem ein bisschen. Ich könnte mich reinsetzen ins Essen, beschließe dann aber es doch zu essen.

Eine Kölnerin, die ich ein paar Tage zuvor getroffen habe, schreibt mir und fragt, ob ich mit zu einer Beachparty kommen will. Doch ich freue mich nach all den Schlafsälen so sehr auf mein kleines Häuschen und meine Ruhe, dass ich so überhaupt keine Lust verspüre, noch einmal nach draußen zu gehen. Nachdem ich satt bin und noch ein wenig mit Supun und Mel gequatscht habe, gehe ich „heim“ denn so fühlt es sich an. Ich sitze noch auf der Terrasse und genieße dann endlich die wohlverdiente Dusche. Das Wasser der Regendusche tropft auf die Blätter und es fühlt sich wirklich so an, als würde man mitten im Regenwald stehen.

Am Abend lese ich und finde es toll, dass es WLAN nur im Gemeinschaftsbereich gibt. Digital Detox im Regenwald, mit den Stimmen der Tiere, dem Geräusch der Streifenhörnchen auf dem Dach, dem Rauschen der Blätter. Mit dem Soundtrack von Tropenregen schlafe ich ein und so gut, wie lange nicht mehr.

Tage, wie in Federbetten gepackt

In den zwei Tagen im Dreamtime Cabana lese ich, führe Tagebuch, bin am Strand mit einer Holländerin, die ich hier kennenlernte oder rede mit Supun und Mel. Es sind Tage, wie in Federbetten gepackt, so weich und flauschig fühlen sie sich an. Am letzten Abend will ich den letzten Sonnenuntergang im Südwesten verbringen, denn am nächsten Tag geht es nach Colombo. Ich bin am Strand als ich die dunkle Wolkenfront am Himmel sehe. Plötzlich blitzt es und ich suche Unterschlupf im Mambo, einer Beachbar. Gerade rechtzeitig, denn auf einmal schüttet es wie aus Eimern. Ich setze mich hin und beobachte das Gewitterspektakel über dem Meer. Als der Regen nachlässt, gehe ich am Strand entlang aber da es doch noch ziemlich regnet, gehe ich zur Straße und nehme ein Tuk-Tuk.

Mit kleinen Komplikationen komme ich in meinem geliebten Häuschen an. Denn wie immer, kommt, wenn es mal blöd läuft, einiges zusammen. Blöderweise hatte ich beim Regen die Zeit genutzt, um ein paar überflüssige Bilder auf meinem Handy zu löschen. Natürlich auch den Screenshot mit der Adresse und Telefonnummer vom Dreamtime. Der Fahrer wusste nicht, wo es ist und brachte mich grob in die Nähe, von dort wollte ich laufen. Doch so genau konnte ich mich nicht an den Weg erinnern und mittlerweile war es ziemlich dunkel. Nach kurzen Umwegen und Zwischenstopp bei Supuns Mutter, deren Hund ich versehentlich durchs Tor entwischen ließ, brachte sie mich schließlich sicher nach Hause, wo auch der Hund schon freudig auf uns wartete. Also kleiner Tipp: Immer Adresse und Telefonnummer parat haben 😉

Am nächsten Morgen und einer weiteren Nacht, in der ich wie ein Baby geschlafen habe, gibt es noch einmal das grandiose Frühstück von „Mama“, das immer authentisch srilankanisch ist. Heute gibt es einen Kuchen aus Reis und Kokosmilch, den es, so sagt Mel, meist zu Geburtstagen gibt. Super lecker! Ich verlasse mein Häuschen schweren Herzens. Meine Reise neigt sich unweigerlich dem Ende zu und es ist an der Zeit, das Paradies zu verlassen.

Infos:

Die Häuschen kann man über Airbnb buchen oder Mel und Supun über das Kontaktformular auf ihrer Seite schreiben.

Supun und Mel haben nicht nur drei wunderschöne Hütten in ihrem Garten und eine auf dem Grundstück der Mutter, sie organisieren auch Ausflüge und Reisen durch Sri Lanka. Der Anspruch ist, die Insel so authentisch wie möglich zu präsentieren und lokale Anbieter nachhaltig zu fördern. Es geht naturnah und entspannt zu. Die Beiden kennen einige Geheimtipps und vermitteln ihre Liebe zu ihrer Insel, in allem, was sie tun. Supun gibt außerdem auch Surfstunden, die richtig gut sein sollen. Wendet euch also an die Beiden, wenn ihr eine Reise voller Naturerlebnisse wollt oder Lust auf Wellenreiten habt. Ich kann euch die beiden wirklich aus ganzem Herzen empfehlen!

Offenlegung: Eine der beiden Nächte ging aufs Haus. Danke für die wunderbare Zeit bei euch, Mel und Supun!

 

Wenn du mehr über meine Zeit in Sri Lanka lesen willst, dann klick dich durch meine Sri-Lanka-Tagebücher.

4 Kommentare

  1. Das sieht wirklich schön aus! Wenn ich alleine unterwegs bin, verlasse ich mich meistens auf Schlafsäle, um Leute kennenzulernen. Aber irgendwann kommt dann der Drang, mal wieder alleine zu sein. Und dann sind solche schönen Unterkünfte perfekt 😉

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